Liebesglück an der Ostsee!
Liebevoll widmet sich Lena Johanson der Restaurierung des alten Fischkutters „Nordstern“. Als Tom, wie der sprichwörtliche Retter in der Not, in ihr Leben platzt, begegnet sie ihm mit Skepsis.
Sie hat genug um die Ohren und keine Zeit, sich um die Probleme eines verkannten Künstlers zu kümmern. Doch der gutaussehende Kerl bringt frischen Wind in ihr Leben und sie selbst ziemlich durcheinander – das kann sie nicht leugnen.
Mit dem Umzug in ein kleines Häuschen am Meer hofft Tom von Hausward, Ruhe zu finden, um über seine Zukunft nachzudenken und sich seiner Liebe, der Malerei, widmen zu können. Auf seinen Streifzügen durch Ahrensholm kreuzt immer wieder Lena seinen Weg. Sie zeigt ihm die Geheimnisse des Meeres und dessen Schönheit. Und irgendwann gilt seine Liebe nicht mehr nur der Kunst.
Lena und Tom müssen herausfinden, was Heimat wirklich bedeutet. Kann Tom seinen Platz in Ahrensholm finden und Lena dabei helfen, ihren Traum von der „Nordstern“ zu verwirklichen?
Eine herzerwärmende Geschichte über Neubeginn, Liebe und das Finden eines Zuhauses an den unerwartetsten Orten.
Leseprobe aus dem Liebesroman:
Der Himmel über Ahrensholm hatte sich in ein dramatisches Grau gehüllt, als ob er sich für das Theaterstück des Jahres herausgeputzt hätte. Lena Johanson stand am Steg und blickte hinaus auf die aufgewühlte See. Die Wellen donnerten gegen die Kaimauer, und der Wind pfiff durch die Taue.
»Großes Kino«, murmelte Lena, während eine steife Brise ihr blondes Haar aufwirbelte, und sie es kurzerhand mit einem Haargummi bändigte.
»Hör auf, mit dem Meer zu flirten und komm lieber rein, Lena«, rief Piet Momsen, der alte Wetterprophet des Dorfes, von seinem Stammplatz am Ende der Kaimauer. »Das wird kein sanfter Schmusekurs da draußen!«
Lena drehte sich um und grinste. »Ach, Piet, ein bisschen Meeresgrollen hier und da hält die Beziehung frisch«, entgegnete sie, während sie zum Kutter ihres Vaters ging. Entgegen der Tradition, Schiffen einen weiblichen Namen zu geben, hatte er das rotgestrichene Schiff Nordstern getauft und der Name prangte in weißen Lettern unübersehbar am Bug. Ihr Vater und die Nordstern hatten schon einige Launen des Meeres gemeinsam erlebt.
Sie löste die Leinen und schob ein paar der Holzdielen zusammen, um sie mit einem festen Seil zu sichern. Die Dielen lagen hier schon eine ganze Weile herum, gedacht waren sie dafür, endlich Sitzbänke einzubauen. Doch bisher war Lena einfach noch nicht dazu gekommen, sich auch noch darum zu kümmern. Aber langsam wurde es Zeit. Die ersten Touristen des Jahres würden spätestens zu Ostern eintrudeln, und wenn sie tatsächlich ein Geschäft machen wollte, musste sie sich beeilen. Es gab in den umliegenden Ortschaften genug Kutter, die nur noch Touristen herumkutschierten. Der Fischfang lohnte schon lange nicht mehr und jeder, der ein Schiff sein Eigen nannte, überlegte nun neue Verwendungsmöglichkeiten. Nur noch wenige wollten wirklich die harte Arbeit des Fischers ausüben und die Fangquoten taten ihr Übriges.
»Du verschwendest nur deinen Diesel, Mädchen«, brüllte Piet zu ihr herüber, doch seine Worte wurden vom auffrischenden Wind fast weggeweht. Sie winkte ihm knapp zu und startete den Motor. Sie verschwendete mit jeder Fahrt Diesel, weil die alte Nordstern schon lange keine richtige Aufgabe mehr hatte. Sprotten, Heringe und Dorsch waren immer weniger geworden und die Fangquoten der EU taten ihr Übriges.
Der Wind nahm zu und spielte ein raues Lied, das Lena nur allzu gut kannte. »Heute gibt die Natur den Ton an«, sagte sie leise und umfasste das Steuerruder fest mit den Händen. Die Wellen schlugen bereits hier im Hafen hoch, bespritzten das Deck mit Schaumkronen, als wollten sie Lena zum Tanz auffordern.

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